Geschichte der Bäckerei Heinemann

Unser Betrieb im Wandel der Zeit

Die Anfänge der Bäckerei Heinemann wurden von Josef Heinemann, dem Großvater des heutigen Eigentümers Heribert Heinemann gelegt. Mit 16 Jahren begann Josef Heinemann im Jahre 1906 seine Bäckerlehre in Arnsberg. Nach einigen Gesellenjahren kam er nach Kirchrarbach zurück, um den landwirtschaftlichen Betrieb nebst Gasthof nach dem frühen Tod des Josef Wüllner (daher auch noch der heutige Hausnahme "Wüller's") zu übernehmen. Das erlernte Bäckerhandwerk wurde von ihm nur für private Zwecke genutzt, um dem persönlichen Bedarf an Brot und Backwaren für seinen Haushalt in einem Backofen im Keller des Hauses Wüllner/Heinemann zu genügen.

Das Backgewerbe hatte in der damaligen Zeit in dem fast rein landwirtschaftlich strukturierten Gebiet kaum eine Chance. Brotbacken gehörte damals noch zur "Selbstversorgung". Auf jedem Bauernhof befand sich damals ein Backofen, der in der Gemeinschaft oder auch privat für das Backen des Grundnahrungsmittels Brot genutzt wurde. Diese Backhäuser wurden "Backes" genannt. Der für die Herstellung von Roggenbrot benötigte Roggen wurde von jeder Familie teilweise auf kleinsten Flächen mit viel Mühe und Sorgfalt angebaut.

Von einer guten Roggenernte hing viel ab - bei einer Missernte gab es nicht selten eine Hungersnot. Denn trotz aller Mühen gab es Jahre, in denen die Erntezeit verregnete. Der reifende Roggen war gegen die Dauernässe besonders empfindlich und es drohte der versteckte Auswuchs. Vom versteckten Auswuchs spricht man, wenn jedes Einzelkorn geschädigt, der Auswuchs aber mit bloßem Auge nicht zu sehen ist. Dabei hat sich bedingt durch die Feuchtigkeit ein Teil der im Korn vorhandenen Stärke in Zucker verwandelt und der Backprozess ist dadurch in Frage gestellt. Man spricht dann von "klitschigem" Brot. Die Brotqualität wurde immer schlechter.

In ihrer Verzweiflung kamen Nachbarn und Bekannte und fragten den Bäcker um Rat oder trugen ihm das gesamte Backen ihres Brotes auf. So entstand allmählich ein kleiner gewerblicher Backbetrieb. Die Meistcrprüfung wurde auf Drängen der Behörden abgelegt und das Gewerbe wurde angemeldet.

Der Bäckereibetrieb war allein für den Ort Kirchrarbach jedoch nicht ausgelastet. Also musste ein Bäckerwagen her, zwei schwarze Pferde waren vorhanden und man fuhr auf die benachbarten Dörfer, um Kunden zu beliefern. Ein Lebensmittelgeschäft kam hinzu. Der Umsatz wuchs. Eine neue Backstube wurde gebaut.

Lebensmittelüberwachung und Bauamt kamen mit neuen Auflagen und Vorschriften. Also wieder Neubau! Der erste moderne Dampfbackofen wurde gebaut. Gebacken durfte erst nach Austrocknen des Ofens nach etwa 3 Monaten. Es folgte die Anschaffung einer Knetmaschine. 1935 wurde der erste Geselle eingestellt. Auch Kirchrarbach blieb von den Kriegswirren nicht verschont. Das Heizmaterial wurde knapp, Mehl und Zutaten waren nur schwer zu bekommen. Ein Pferd und das Auto wurden von der Wehrmacht eingezogen. Jeder musste auf eigene Faust versuchen an Brot und Lebensmittel zu gelangen.

Nach Einführung der neuen Währung im Jahr 1948 besserten sich die Zeiten wieder. Es gab wieder ein freies Warenangebot und die Wirtschaft blühte langsam auf. Bei der Bäckerei Heinemann wurde ein Lieferwagen angeschafft. 1962 übertrug Josef Heinemann den gesamten Geschäftsbereich an Sohn Josef (jun.). Es folgte wieder ein Um - und Anbau. 1967 wurde ein Drei-Etagen-Umwalzofen errichtet. Im Jahre 1987 übergab Josef den Betrieb an den heutigen Besitzer Heribert.

Der Brotverzehr änderte sich. Die Backstube wurde erweitert. Neue Maschinen wurden angeschafft. 1992 wurde der Laden neu gestaltet. Ein zweites Standbein entwickelte sich im Bereich Getränkelieferung und Partyservice.

Ansicht auf den Geschäftsraum der Bäckerei Heinemann